Mittwoch, 25. Mai 2011
Und es hat BOOM gemacht
Es ist Montag, die Sonne lacht und der Tag fängt damit an dass mein Schlüssel sich versteggelt. Davon lasse ich mich natürlich nicht erschüttern und nehme meinen Ersatzschlüssel mit. Vor der Tür angekommen weht mir ein frischer Wind um die Nase, die Sonnenstrahlen wärmen mich, die Nachbarn lächeln freundlich und ich habe das Gefühl dass meine Hose an den Oberschenkeln etwas enger geworden ist.

Raus aus dem Compound… und keiner meiner zuverlässigen Schwarzfahrer ist zur Stelle. Macht nichts. Ich laufe also zur Kreuzung und warte auf ein echtes Taxi, welches auch schon nach zwei Minuten um die Ecke kommt. Das ist selten! Ich warte sonst viiiiel länger. Der liebe Gott meint es gut mit mir! Freudig steige ich ein und sage während des Hinsetzens „Qu Ximenzi“ (Fahr zu Siemens). Während der Taxifahrer mir ein „Hao de“ (Alles klar) entgegen murmelt… Macht es BOOM! Kratsch! Peng! …Ach herrje! Auf einen Schlag fühlte sich meine Hose keineswegs mehr eng an, sehr bequem sogar! Aber die klaffende Wunde im Stoff gleich über meinem Popo konnte ich ja nun so nicht mit zur Arbeit nehmen. „Bububububu“ (neinneinneinneinnein) – Verdutzter Fahrer. „Bububububu. Wo hui jia! Wo hui jia! Bu hao yisi!“ (Nnneinneinneinneinnein. Ich gehe heim! Entschuldigung!)…. Gut dass ich Borkes Zeuch mit hatte.. die unauffällige schwarze Plastiktüte vor die Hosenwunde haltend marschierte ich also wieder heim. Im Fahrstuhl wagte ich einen Blick... unschön! Aufgeplatzt vom hinteren Bund bis zum Reißverschluss.. Just another manic Monday…!

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Die Listen
Immer wieder werde ich gefragt wie es mir hier gefällt, warum ich denn da sei, was mich hier hält… das alles sind echt gute Fragen. Ich frage mich das auch immer wieder. Neulich habe ich mal wieder mit einer Freundin über dieses Thema philosophiert und wir sind zu dem Ergebnis gekommen: Eine Liste müssten wir haben! Wir hätten uns während den guten Zeiten aufschreiben müssen was wir hier so toll finden (abgesehen von den dekadenten Annehmlichkeiten die wir uns in Deutschland nicht leisten können)… Nun warten wir darauf dass die guten Tage zurückkehren… und warten… und warten…

In der Zwischenzeit ist eine neue Liste in unser Leben getreten: THIS is China. In einer ganz simplen PowerPoint Präsentation sammeln wir die typischen Aussagen die uns bei der täglichen Arbeit von unseren liebenswerten chinesischen Kollegen begegnen, gepaart mit Aussagen die wir über diese und deren Landsleute treffen. Hier die Hitliste:

Unangefochten auf Platz 1: This is not my responsibility. (Dafür bin ich nicht zuständig.)
Platz 2: I seek your advice. (Ich suche deinen Rat.)
Platz 3: Everything is possible. Nothing works. (Alles ist möglich. Nichts klappt.)
Platz 4: Done. But without result. (Erledigt, aber ohne Ergebnis.)

Diese Sätze lassen auch schon erahnen was es mit Absatz eins und den guten Tagen auf sich hat. Man verliert den Blick für das Gute im Dschungel des Nichtssagenden. Dennoch gibt es Licht im Dunkel: All die armen Seelen, die Listen wie unsere führen. Damit wäre dann aber auch wieder erklärt was das Gute hier ist: In gewissem Maße ist es amüsant. Man kennt die Antwort schon, und doch stellt man die Frage und schmunzelt am Ende über seine eigene Dummheit. Hoch lebe der Sarkasmus in diesen ach so schweren Zeiten!

Nun aber mal beiseite mit dem selbigen: Ich liebe meine Handtaschen, die maßgeschneiderte Kleidung (die auch noch einen Eintrag gut hat), die Massagen, die Maniküre… ach, hatte ich das ganz zu Anfang nicht schon alles ausgeschlossen?!

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Donnerstag, 29. Juli 2010
Ich bin zurueck!
Nach nahezu einem Jahr Schreibfaulheit bin cih zurueck im Blog – und natuerlich auch in Beijing! Am 02. Mai bin ich wiedergekommen.. und es gibt viel zu erzaehlen... 

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Donnerstag, 23. Juli 2009
Bai bai Flatmate!
Nina ist weg! Ich bin traurig!

Gestern habe ich das Buero gegen kurz nach hab sechs auf draengen meiner Taxi-Teil-Connection verlassen.. im Regen! Das ist hier in Peking so ziemlich das Bloedeste was man machen kann - aber gut... egal!
Am Front Desk gab es - natuerlich - keine Regenschirme mehr! Draussen stand der Rest der Taxi-Truppe und Wolfgang war der Kluegste, denn Wolfgang hatte einen Schirm. Wir waren zu viert, es war ein kleiner Schirm - ich war eh angepisst von der Welt, dann konnt ich auch nass werden! Ich lief also einfach los! Waehrend die anderen sich ein wenig beschwerten dass ich so spaet gekommen war und zuvor noch viele Taxen da waren kuemmerte ich mich schon mal darum, vielleicht auch jetzt noch eines zu bekommen! Gerade als wir beschlossen hatten, unseren Standort strategisch zu wechseln, entdeckte ich ein leeren Taxi auf der anderen Strassenseite.. Ich winkte ihm zu... Der Taximann setzte den Blinker... BINGO! Ich rannte los, durch die Seen, die sich auf der Strasse gebildet hatten und als ich ankam.. hatte bereits ein Chinese die Hand am Tuergriff! >>NEEEIINN<< rief ich.. und er lies los und trat zurueck. Die junge Dame, die er bei sich hatte, hatte sich ihrer Schuhe bereits entledigt, wohl weil diese allzu nass waren! Na dann – konnten die auch noch laenger warten! Also sagte ich schoen Danke und stieg ein, meine Gefolgschaft hinterher! Nun sagten wir schoen wohin wir wollten... Und die Sinologinnen an Bord verfielen in ein Betteln an den Taxifahrer. Das Taxi war von jemandem herbeigerufen worden! Egal – wir waren drin und stiegen auch nicht wieder aus! Zumal der Regen noch staerker geworden war! Der Taxifahrer beugte sich und alsbald, da er die Situation erkannt hatte und die Sinologinnen ihm auch glaubhaft vermittelten dass unsere Fahrt nur 10 Minuten dauere... Voraussetzung: Kein Stau (also: kein Regen!) und: nicht Verfahren. Beides war nicht der Fall, also dauerte es laenger, was und jedoch auch nicht kuemmerte.. wir sassen ja im Trocknen! Waehrend der Fahrt meldete sich kurzzeitig auch mein Gewissen zu Worte.. doch ein Blick nach draussen verwiess es in die Ecke!

Zu Hause angekommen tropfte ich arg! Ich konnte meinen Schluessel nicht finden, also klingelte ich und Nina oeffnete mir die Tuer. >>Oh, poor Jasmin!!! (Oh, arme Jasmin)<< War alles, was sie dazu sagen konnte! Ich ging dann erst mal in mein Zimmer um mir was trockenes anzuziehen! Nina wusste sofort was ich nun brauchte, also oeffnete sie zwei Flaschen Bier und wartete bis ich trockenen Fusses zurueckkam.

Am Abend war Nina Abschieds-Dinner. Eigentlich wollten wir mit der ganzen Truppe in ein Courtyard-Restaurant gehen, jene im traditionellen Stil der Pekinger Architektur erhaltenen Gastronomiebetriebe in den Hutongs. ABGEBLASEN! Ein Teil der Gruppe wollte gerne zu einer Modenschau in ein Deutsches Restaurant gehen – und Nina dahin mitnehmen! Ein anderer Teil hatte keine Zeit... also fragte ich noch meine chinesische Freundin, ob sie mitkomme, da Nina mir dies aufertragen hatte. Nun nennt mich eigenartig – aber fuer gewoehnlich lade ich niemanden zu einem Abschiedsdinner ein, den der Andere nicht kennt! Naja, mit dieser Einstellung bin ich aber scheinbar recht allein! Denn meine chinesische Freundin wollte sogleich noch mehr Leute mitbringen, dass wir nicht so wenige sind – ich sagte ihr, dass es OK so ist.. wozu ich bei einer Kollegin keine Chance mehr hatte.. die hatte schon geladen!

Meine chinesische Freundin schlug ein Restaurant vor, ich ein anderes – ist zu weit weg von ihr! Also dann: zu ihrem! Meine Kolleginnen sagten mir auch, dass dieses sehr gut sei! Wir kamen um 20:30 puenktlich an. Meine Freundin brauchte noch ein paar Minuten! Also warteten wir. Und warteten.. dabei wurden wir gut unterhalten: von einem Tanzkurs auf der anderen Strassenseite! Dann beschlossen wir, drinnen weiter zu warten als mein Telefon klingelte. Es war meine Freundin: Where are you, dear? (Wo seid ihr?) – Oh, we just got in, but wait, I will come outside again! (Wir sind grad rein, aber warte, ich komm wieder raus!) …doch da war se nicht! Nach ein paar Minuten stellten wir dann auch fest warum: Sie war zu dem Restaurant gefahren, das ihr zu weit weg war! Huch! Das war wohl ein Kommunikationsproblem! Wir schafften es dann aber doch noch, alle zusammen am Tisch zu sitzen und zu essen! Unglaublich!

Nach dem Essen wollte meine Freundin unbedingt noch Nina das VICS zeigen. Sie sagte sie duerfe nicht Heim, bevor sie dort nicht war – Ich war da anderer Meinung, ging aber auch mit! Im Taxi waren wir alle begeistert: der hatte ein Navi! Das sahen wir zum ersten Mal! Sogar die, die schon laenger hier waren!
Im VICS angekommen beschlich mich das Gefuehl, dass Nina beim VICS eher meiner Meinung war: Muss man nicht gesehen haben! Dafuer gabs die Drinks umsonst – Ladies Night! Nach ca. 1 Stunde befreite ich Nina von der Qual und wir fuhren heim – wo wir unser letztes gemeinsames Bierchen tranken!

Am naechsten Tag, letzten Donnerstag, dann noch Abschieds-Lunch. Wir gingen ins SIT, ein Cafe, das ganz gute Nudeln hat. Ich bestellte: Ein mal Bacon Garlic fuer Nina und zwei mal ueberbackene Nudeln fuer eine Kollegin und mich. Das dauert aber 30 Minuten! Weiss ich. Gut. 35 Minuten spaeter kamen die Nudeln – ein mal. Ich ueberliess sie meiner Kollegin.... doch da kam nicht mehr! Auf Nachfragen hatte die Bedienung grosse Fragezeichen ueberm Kopf.. sie ging weg.. und kam wieder: Mit der Karte! Danke, jetz will ich auch nix mehr! Ich guckte sie noch zwei mal boese an, da bekam ich ein Stueck Blueberry-Cheesecake for free... Naja, wenigstens Kaese!

Draussen winkte ich Nina noch zu bis sie nicht mehr zu sehen war...

Jetz bin ich wieder alleine... Schade! Mit Nina wars lustig!

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