Freitag, 12. Juni 2009
Ich habe mich geoutet - Part II
Nach ewigen Wochen ohne update werde ich nun mit dem outen fortfahren...



Am Bahnhof in Tianjin wurden wir von einer netten Reiseleiterin empfangen, die mich sogar auf Deutsch begruesste! In ihrem schraegen Outfit (dunkelblaue Strumpfhose, hellrosa/schwarzes Kleid, bunte Handtasche und definitiv ZU VIEL Rouge auf den Wangen) hoppelte sie uns voran zu unserem Tourbus! Es war ein schoener Bus... von aussen! Drinnen roch es doch eher eigentuemlich, woran ich mich jedoch schon gewoehnt hab... an diese Gerueche hier (bei WATSON'S gibts extra so kleine Klammern, die man sich in die Nase stecken kann, dass man einen angenehmen Duft rieche!) ... Also rein in den Bus und ein lauschiges Plaetzchen suchen - geschafft! Schnell die Tasche auf dem Nachbarsitz parken und schon ist das Schlaefchen in trockenen Tuechern! ..Dachte ich.. Dann betrat der Tourguide die Showbuehne! Erst erzaehlte er viel - und die Chinesen lachten viel.. und dann... fing er an zu singen! Mein ipod hatte es schwer, diesen Kampf zu gewinnen.. doch der Kater half ihm dabei und so schlummerte ich friedlich ein.



Irgendwann erwachte ich weil der Bus angehalten hatte. Als ich ausstieg wunderte ich mich ein wenig warum der Parkplatz ein wenig schaebig zu sein schien.. naja, es war ja auch nur ein Parkplatz! Der nette junge Mann aus dem Zug gesellte sich wieder zu mir und wir folgten den anderen ueber eine Treppe... die ich in Deutschland nicht betreten wuerde und kamen zu einer Rampe... die in Deutschland nicht existieren duerfte! Sogar der nette junge Mann aus dem Zug (Chinese) sagte verwundert: Oh, I don't think this is a tourist place! Nun, man musste kein Adlerauge oder hoechstspirituell sein um diese Erkenntnis zu erlangen. Sie lag ja direkt vor uns.. in Form einer Baustelle mit angrenzendem Schrottplatz! Abenteuertourismus.. und nicht mal das! Naja, ich folgte dem aufgeregten Rudel in Richtung Bruehe (Wasser waere an dieser Stelle einfach das falsche Nomen!) und da erblickten wir auch schon.. unser Boot! Es sah gar nicht uebel aus, geraeumig.. und schien auch nicht allzu undicht zu sein!



Ganz viele verschwanden in das kleine Haeuschen, das da in der Gegend wo Bruehe und Baustelle aufeinandertreffen (hier finde ich Strand unpassend!). Meine Kollegin sagte mir dann dass das das Klo is und wenn ich muesse solle ich jetzt gehen, weil auf Schiff nix Klo. Ich lehnte dankend ab.. erinnerte mich dann aber an das viele Wasser das ich getrunken hatte und tat es den anderen gleich. Um die Ecke gekommen sah ich sie dann, die traditionelle chinesische Toilette, wie mir die bunte Reiseleiterin etwas beschaemt mitteilte.

Betonfussboden. Drei Loecher. Ende.

Naja, ich hatte schon dran gewoehnt dass es keine Schuesseln gab, die Neuerung war nun das es auch keine Waende gab ~~



Nun ging es also los, das grosse "Fishing in the sea"! Auf das Boot zu kommen war nicht allzu einfach. zwei Maenner, ein morsches Brett. Also ging das Abenteuer weiter! oben angekommen Stand man vorne auf dem Schiff (ich weiss das Wort nicht.. Bug?!) und musste die Kajuete umlaufen um durch ein Fenster hineinzukommen. Aber irgendwie war da niemand drin.. Wo waren nur die Kollegen?! Ach da... auf dem kleinen schaebigen Kutter der sich hinter dem huebschen weissen Boot versteckt hatte....

der Weg dorthin fuehrte ueber die Rehling... Zum Glueck war diese, genau wie der Boden, schoen Nass, sonst waere der Nervenkitzel an der Sache irgendwie verloren gegangen!



Auf dem Kutter gabs nicht genug Platz fuer alle Kollegen und die bunte Guide-Frau und den begnadeten Saenger.. Also nahm ich auf einem Notsitz Platz und wollte SMS-Konversation betreiben um die Langeweile zu bekaempfen und meinen Freuden auch mitzuteilen dass es sein kann dass ich von diesem Trip nicht wiederkehre! Und da war.. der Akku leer! Toll! Na dann mach ich halt mal ein paar Fotos vom Kutter und der braunen See, die nach Oel und Diesel roch! 4 Fotos spaeter: Akku leer! Ganz toll! Ich hatte das Ding die ganze Nacht geladen! Aber leider verlieren die Stecker gerne mal den Kontakt mit der chinesischen Steckdose.. Also blieb mir nur noch eines: Rauchen!



Dann warfen die Fischer die Netze aus.. udn als sie dieselben gefuehlte 4 Tage spaeter wieder einholten waren die Chinesen ganz aufgeregt, zueckten ihre Kameras und stuermten das Heck! Ich wurde dabei fast zertrampelt und entschied, mich lieber in Sicherheit zu bringen.. wobei ich irgendwie hoffte dass die Netze schoen voll waren und die Fische sich ueber die stuermischsten Chinesen ergossen, die sich auf die Flaeche stellten, die fuer den Fang bestimmt war.. mittendrin statt nur dabei!

Doch der Fang passte in eine kleine Kiste. Es waren nur 3 Fische (der Chef (auch Deutsch) und ich mutmassten, dass die Fischer die Fische wohl selbst in die Netze gesteckt hatten, denn in dieser Bruehe KONNTE nicht leben!), nicht allzu gross. Diese Information hat mir der nette junge Mann aus dem Zug gegeben und ich entschied, sitzen zu bleiben und mir den Anblick entgehen zu lassen. Doch sie kamen zurueck, diese Fische. Gebraten. Ich lehnte den Verzehr dankend ab, was meine Kollegen am Tisch belustige. Sie pickten sich alle ein Stueck der Leckerei vom Teller und... verzogen angewiedert das Gesicht! Und wenn Chinesen so gucken sollte man als Westler die Finger weit davon lassen!! Nun war es an mir, belustigt zu sein! Hehehehe



Endlich wieder im Bus angekommen schlief ich sofort ein und erwachte erst wieder, als mich jemand am Hotel weckte. Es gab eine Planaenderung, teilte man mir mit. Der Besuch im Park und die anschliessende Besichtigung der Culture Street mussten auf Grudn der schlechten Witterung ausfallen. Das hiess im Klartext: Freetime bis zum Dinner – SCHLAAAFEN!!!

Drinnen in der Hotellobby standen die Kollegen schon um den Animateur herum der was erzaehlte. Meine Kollegin sagte mir, dass nun die Zimmer vergabe sei. Dann hoben einige Kollegen die Hand und meine Kollegin meinte, ich solle meine auch heben. Gesagt – Getan! Ist ja, um das Zimmer zu bekommen und im Zimmer war das BETT!

Dann sagte mir meine Kollegin WOFUER das Handzeichen war: Es hoben die die Hand, die doch mit in die Culture Street wollten! Gott hatte auf mich geschissen!



Die Culture Street ist... schwer zu beschreiben. Sie soll wohl die Kultur von Tainjin wiedergeben.. und das tut sie auch. Man kann die Kultur kaeflich erwerben.Figuren, Bilder, Essen... viel mehr gab es nicht dort! Und waehrend der Fuehrung habe ich nicht viel mitbekommen weil unser Uebersetzter, der Animateur-Guide immer wegrannte!



Anschliessend ging es auf zum Dinner. Es war der Geburtstag einer Kollegin und daher bekam sie auch einen Geburtstagskuchen! Eine pinkfarbene Torte mit ganz vielen Sahne-Rosen und einer Plastik-Blume in der Mitte! Es wurde erst ein Lied gesungen (der Animateur stimme es an) und dann wurde die Plastikblume in der Mitte angezuendet. Das sah ein wenig sorgniserregend aus, da das Ding eine recht grosse Flamme warf! Doch dann geschah es: Unter lautem AAAHH und OOOHH oeffnete sich das Plastikding und es „erbluehte“ zu einer Rose mit vielen kleinen Kerzchen!



Danach gingszu einem Chinese-Crosstalk (Cabaret auf chinesisch), an welchem der Chef und ich jedoch nicht teilnahmen. Wir wurden von meiner Chefin zur Shopping-Meile gebracht! Was mir meine Aussicht auf Schlaf erweiterte: Ich tat am Abend das, was die Chinesen Morgens machen wuerden à in der Zeit kann ich schlafen!

Zurueck im Hotel musste ich nach einem kurzen Nickerchen auch schon wieder weiter bespasst werden! Auf gings zum KTV! Pflichtbewusst wankte ich schlaftrunken nach unten und fand nur meine Chefin und ihren Chef vor. Dan trudelten noch der Animateur und 3 andere ein und mein Kollegin teilte dann mit, dass die anderen ZU MUEDE waren! Gott hatte es wirklich nicht gut mit mir gemeint an diesem Tag! Nachts um eins, nachdem ich mit Chef englische Songs getraellert hatte, die ich nicht wirklich kannte, mich von den Chinesen berieseln liess (Chinesen singen vor allem eines: LAUT!) und mich dann noch draussen an der Bar, wo ich zum Abschluss noch ein ruhiges Zigarettchen rauchen wollte, ein Chinese vollgequatscht hat.. und dann anfing zu malen als er merkte dass ich ihn nicht verstehe, ging ich endlich schlafen.



Am naechsten Morgen checkte ich in letzter Minute aus. Dann fuhren wir noch zu einem Haus, um dieses zu besichtigen. Es war eine grosse Villa mit schoenen kleinen Innenhoefen und Gaerten. Natuerlich verlor ich die Gruppe.. Doch ich fand: den netten jungen Mann aus dem Zug! So irrte ich mit ihm durch das Labyrinth. Zurueck im Bus bekamen wir erst alle noch ein Erinnerungsgeschenk. Waehrend der Verteilung wollte ich die Abendplanung starten und SMS schreiben – Guthaben alle! Wieder nichts mit lange-Weile-weg-simsen! Also, was blieb? Musik hoeren und... SCHLAFEN!

... comment